Wie kann ich einen Kirschbaum veredeln

Themenübersicht > Top Anleitungen     Veröffentlicht von: Gabriel -  25. April 2012

Was man braucht: einen entsprechenden Kirschbaum, ein Messer oder eine Säge und Bast (oder Wundverschlussmittel für Bäume)
Zeitaufwand: nicht sehr aufwendig
Schwierigkeit: das Veredeln ist sogar für Hobbygärtner keine große Sache
Anmerkungen: Unter einer Veredelung versteht man eine „Transplantation“ eines Pflanzenteils auf eine andere Pflanze und ist eine künstliche Form der vegetativen Vermehrung. Veredelungen sorgen für neue schmackhafte, schöne Früchte.
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Beim Veredeln kann man auch von einer traditionellen Form des Klonens sprechen da dabei eine „Unterlage“ mit Edelreis oder einem Edelauge verbunden wird.
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Bereits in den Monaten Dezember und Januar sollte man den Reiser schneiden. Wichtig ist Behutsamkeit. Der Reiser darf nicht beschädigt werden. Auch sollte man beim Schneiden ein steriles Messer benutzen um die Gefahr eine Pilzinfektion zu minimieren.
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Der Reiser wird über den Winter im Haus gelagert. Bei einer Außentemperatur von -1 °C bis +5 °C sollte man den Reiser schneiden und diesen umgehend in einem Gefrierbeutel und in eine Kühlzelle packen.
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Im Keller sollte man den Reiser nicht aufbewahren, da er sonst Gefahr läuft Triebe zu bekommen und dies sollte man verhindern.
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Es gibt zwei verschiedene Arten wie man einen Kirschbaum veredeln kann. Eine davon ist die Kopulationsmethode welche wiederum in zwei verschiedene Methoden unterteilt wird. Die Kopulationsmethode kann in der Ruhezeit des Baumes durchgeführt werden.
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Bei der normalen Kopulation sind Reiser und Unterlage annähernd im gleichen Durchmesser und werden mittellang abgeschnitten und so miteinander verbunden. Die Stelle verschließt man nun mit Wundverschlussmittel oder Bast, so dass kein Wasser und keine Luft eindringen können und die Stelle gut zusammen wächst.
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Bei dieser Methode sollte man jedoch beachten, dass die Stabilität nicht die Beste ist.
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Eine weitere Kopulationsmethode ist etwas zeitaufwendiger und benötigt eine sogenannte „Gegenzunge“. Hierzu werden Reis und Unterlage angeschnitten. Die Schnittstellen werden jedoch nochmals mit einem zusätzlichem Einschnitt versehen um die beiden Gehölzer ineinander schieben zu können.
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Die Gegenzungen haben den Zweck, dass eine höhere Festigkeit gegeben ist und, dass größere Kontaktflächen für die Kambiumschichten vorhanden sind. So ist ein rascheres Zusammenwachsen an der Veredelungsstelle möglich.
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Eine weitere Methode einen Kirschbaum zu veredeln ist die Okulationstechnik. Für diese Art der Veredelung wird nur vom Edelreis nur eine ruhende Knospe verwendet.
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Dieses kleine Auge wird mit etwas umliegender Rinde in die Unterlage eingesetzt.
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Für die Okulationstechnik muss sich die Rinde von der Unterlagen lösen lassen können. Das „Auge-in-die-Unterlage-schieben“-Verfahren ist nur während der Vegetationszeit möglich. Dies ist meist in den Monaten Ende Mai bis September möglich.
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Die Knospen des Edelreises müssen zum Zeitpunkt der Entnahme ausgereift sein. Meist ist hier der Zeitpunkt für die aktuellen Knospen im Juli.
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Bei der Okulation wird das Auge des Edelreises mit einem Okuliermesser in einer Größe von etwa 2-4 cm (bei Obstbäumen) flach herausgeschnitten.
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An der Unterlagen führt man nun einen Einschnitt durch der die Rinde löst. Hierfür werden spezielle Messer verwendet bei denen eine speziell herstellte Zunge das beschädigungsfreie Lösen der Rinde gewährleisten.
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Mittels Bast, Folienband oder speziellen Okulations-Schnellverschlüssen wird die Veredlung nun verschlossen und dafür gesorgt, dass a) die Stelle vor Schmutz, Austrocknung und mechanischer Verletzung zu schützen und b) das Anwachsen des Auges durch das Feste andrücken an das Kambium beschleunigt wird.
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Etwa drei Wochen nach der Okulation kann man anhand eines Blattstieles (welcher am Auge belassen wurde und aus der Rinde guckt) erkennen ob die Veredlung gelungen ist. Fällt das Blatt bei leichter Berührung ab oder ist schon abgefallen, kann die Veredelung als erfolgreich angesehen werden.
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Ist das Blatt trocken und verfärbt und fällt auch bei leichter Berührung nicht ab ist dies ein Zeichen, dass das Auge sich nicht mit dem Kambium verbinden konnte und somit die Veredelung gescheitert ist. Eine Nachveredelung ist jedoch noch möglich.
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